Giuliani pop

GITARRE & LAUTE ONLINE: Beiträge zu Neuerscheinungen (Notenausgaben, Bücher, CDs) auf den Gebieten Gitarre und/oder Laute, Berichte über Konzerte, Festivals und Wettbewerbe, Essays und Kommentare. Verschiedene Autoren, Chefredakteur (Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes): Dr. Peter Päffgen.

Helmut C. Jacobs, Der Schlaf der Vernunft. Goyas Capricho 43 in Bildkunst, Literatur und Musik, Basel 2006, Schwabe Verlag, € 84,--, ISBN 3-7965-2261-0

Dass Bücher von Helmut C. Jacobs hier in zwei aufeinander folgenden Ausgaben von Gitarre & Laute-ONLINE besprochen werden, geschieht aus unterschiedlichen Gründen. Das Erste, in Ausgabe XXX/2008/Nº 3-4, war entstanden wegen des Autors heimlicher Leidenschaft für das Akkordeon. Giulio Regondi, von ihm handelt das Buch, (1822/1823-1872) hatte, als es mit der Gitarre immer schlechter bestellt war, mit fliegenden Fahnen das Lager zur Concertina gewechselt. Auch da war er sehr erfolgreich, auch da feierte er Triumphe! So, über Regondis Wechsel zur Concertina, war Helmut C. Jacobs' Buch für eine Zeitschrift namens Gitarre & Laute-ONLINE interessant geworden. Jacobs, das nebenbei bemerkt, lehrt hauptberuflich als Professor für Romanische Philologie an der Universität Duisburg/Essen. Das heute behandelte und zu würdigende Buch hat zur Musik und da speziell zur Musik für Gitarre oder für Laute eine weniger direkte Beziehung als das über Regondi. Obwohl ... hier in Gitarre & Laute ist schon eine mehrteilige Artikelfolge über Mario Castelnuovo-Tedescos Komposition über die Caprichos de Goya erschienen. Das war zwischen 1991 und 1994 und die Beiträge stammten von Lily Afshar. Den über das Blatt „43" finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Gitarre & Laute-ONLINE zu Ihrer Erinnerung, ebenso bisher unveröffentlichte Anmerkungen zu den verfügbaren CD-Einspielungen der „Caprichos". Im vorliegenden Buch befasst sich Helmut C. Jacobs mit den Caprichos von Francisco José Goya y

Ein Volksmusikinstrument für Jedermann, nach 40 Jahren Vergessenheit ans Licht geholt

Vor ungefähr dreieinhalb Monaten ging es mir wahrscheinlich genau wie Ihnen: Stössel? Nie gehört.

Die beruflich Neugier war geweckt. (Bezüglich des Instruments meines Bekannten fand ich heraus, dass Stössel nicht der Erbauer war, aber das ist eine andere Geschichte). Was war das für ein Mann, dieser Stössel, von dem niemand etwas wusste, der aber doch einmal einen großen Bekanntheitsgrad gehabt haben musste, wenn alle Kölner Volksschüler auf seinen Instrumenten spielten? Was war das Besondere an seinen „Lauten“? Gab es vielleicht noch Zeitzeugen die etwas über Stössel wussten? Warum sprach heute kein keiner mehr davon, und warum war er damals aktuell? Auf der Suche nach Stössel ging ich diversen Fährten nach, führte Interviews, telefonierte durch die ganze Republik, und hatte eine gehörige Portion Glück dabei, denn die Spuren Stössels sind heute tatsächlich fast völlig verwischt.

Stoessel Fronlei DUPLEXFoto: Eine Mädchengruppe mit Stössel-Lauten bei einer Fronleichnamsprozession in Köln. Was haben der Oberstudienrat Max Erben aus Köln-Rodenkirchen, Margarete Will aus Köln-Kalk, der ehemalige Musiklehrer Hermann Engeländer in Bergisch-Gladbach, der Instrumentenbauer Wilhelm Monke und Susanne Klas aus Brühl gemeinsam? – Neben ihrem meist fortgeschrittenen Alter die Kenntnis eines Teils der Kölner Musikgeschichte, der heute weitgehend in Vergessenheit geraten ist: Die Geschichte der Stössel-Laute und ihres Erbauers Georg Stössel.