Giuliani pop

Grete von Zieritz
Danza für drei Gitarren
Reihe: Neue Musik mit Gitarre, hrsg. v. Volker Höh
Spielpartitur
DIN A4
G&L 159, ISMN M-50089-159-8

Ihre Gitarrenwerke schuf die Komponistin Grete von Zieritz in einem relativ langen Zeitabstand: 1958 vollendete sie die „Tanzsuite”, und mehr als zwanzig Jahre später, 1979, komponierte sie ein Gitarrentrio, das sie mit dem Titel „Danza” versah. Die Uraufführung der „Danza” fand am 12. Juli 1980 im Rahmen eines Musikfestivals im Altmühltal statt. Die „Tanzsuite” für Geige oder Cembalo, Klarinette, Fagott und Schlagwerk wurde 1962 in Berlin – allerdings mit Cembalo – uraufgeführt. Auch für die Rundfunkproduktion am 10. Februar 1964 im RIAS gab es eine Besetzung mit Cemablo. Dieses Werk, das als ein eindrucksvolles Zeugnis ihrer wunderbaren Kunst angesehen werden kann, wurde bis heute nicht mit Gitarre aufgeführt.

Biographisches

Grete von Zieritz wurde am 10. März 1899 in Wien geboren. Von 1912 bis 1917 lebte sie mit ihrer Familie in Graz und erhielt an der dortigen Musikschule des Steiermärkischen Musikvereins eine Ausbildung als Pianistin und Komponistin. Anschließend reiste sie auf Anregung des Leiters der Musikschule, Herrn Dr. Roderich von Moisisovics, nach Berlin, um bei Martin Krause die pianistische Ausbildung zu vervollkommnen. Nach drei Monaten – so war geplant – sollte sie nach Graz zurückkehren und eine Klavierklasse übernehmen. Doch sie war von der preußischen Hauptstadt so begeistert, dass sie schon nach kurzer Zeit zu bleiben beschloss. Als sie wenige Jahre später mit ihren „Japanischen Liedern” großen Erfolg hatte, kam es zu einer wichtigen Entscheidung: Das Komponieren wurde zum Hauptberuf, den das Konzertieren finanzieren sollte.[1]

Von 1926 bis 1931 gehörte Grete von Zieritz der Kompositionsmeisterklasse Franz Schrekers an, dem damaligen Leiter der Berliner Musikhochschule und weltberühmten Opernkomponisten. Schreker unterstützte sie einerseits bei der Suche nach ihrem individuellen Kompositionsstil und forderte sie andererseits zu strenger Selbstkritik heraus. Die Künstlerin erzählt: „Beim ersten Satz meiner Klaviersonate beispielsweise befand er das erste Thema für gut, für die Durchführung geeignet. Aber für das zweite habe ich bereits 15 Themen bringen müssen, erst das 16. hat er akzeptiert. Da war ich wirklich in einem Verzweiflungszustand. Von diesem Augenblick an habe ich meine Einfälle erst einmal selbst ganz genau auf ihre Aussage-, Verarbeitungs- und Entwicklungsfähigkeit untersucht.” [2]
aus: Beate Philipp: „Die Gitarrenkompositionen der Grete von Zieritz" in: Gitarre & Laute XIV/1992/Nº 2, S. 52—54