Giuliani pop

Rummenhöller, Peter
Der Dichter spricht – Robert Schumann als Musikschriftsteller
108 Seiten, Taschenbuch
G&L 121, ISBN 3-88583-001-9

»Viele Autoren halten Robert Schumann für den ersten Romantiker in der Musik, einige davon für den einzig echten überhaupt. Das Romantik-Problem in der Musik ist durchaus noch ungelöst und die Diskussion darum braucht hier im Moment gar nicht zu beschäftigen. Eins jedoch bleibt in diesem Zusammenhang festzuhalten: Die Einschätzung Schumanns durch die Musikgeschichtsschreibung als Romantiker ist sicher im wesentlichen damit verknüpft, dass Schumann als einer der literarischsten Musiker unter den uns bekannten Kompnisten gelten kann.

Das bedarf der näheren Erläuterung. Unter einem „literarischen Musiker” wäre vieles zu assoziieren. Im schlimmsten Falle könnte man dabei einen „papierenen” Musiker verstehen, der – auf seinem eigenen Gebiet schwach – lieber sich in Worten als in Noten in der Musik ergeht. Unter einem literarischen Musiker könnte auch eine Gestalt wie E. T. A. Hoffmann verstanden werden, zweifellos eine Mehrfachbegabung: als Musiker professionell und als Dichter auch ein Dichter der Musik. Wer Hoffmanns Musik kennt, weiß aber, dass sie – obwohl handwerklich tadellos gemacht – dennoch enttäuscht: Sie entspricht nämlich nicht dem von ihm schwärmerisch beschriebenen romantischen Gestus, sondern mutet eher klassizistisch an.«