Giuliani pop

Vorweg sei gesagt: In Zeitalter des handwerk- und charakterlosen Computersets, der langweiligen Vervielfältigungen maschinenschriftlicher Arbeiten im Offsetdruck bereitet ästhetisches Vergnügen, je geradezu sinnliche Freude, ein solches Buch in die Hand zu nehmen; königsblauer Einband mit silbern geprägter Schrift, gutes, im Gewicht stimmiges Papier und der klassische Schriftsatz vermitteln dem Leser a priori den Eindruck von Gediegenheit.

Dem Äußeren des Buches wird das Inhaltliche gerecht. Lothar Hoffmann-Erbrecht hat Leben und Werk des Henricus Finck methodisch sauber und mit Akribie eines Altphilologen beschrieben. Seine Untersuchung besteht aus drei großen Kapiteln, einem biographischen, einem dder Untersuchung der Finck’schen Kompositionen und deren Überlieferung gewidmeten und schließlich einem Werkverzeichnis.

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Henricus Finck, der größte deutsche Musiker seiner Generation (Hoffmann-Erbrecht) hat einen würdigen Autor und dessen Schrift eine würdige Behandlung durch den Verlag gefunden.

Matthias Henke in: Neue Zeitschrift für Musik, April 1984, S. 453


 

The events of the life of Heinrich Finck mostly come within that first period of the flourishing of German music, c. 1450-1550, which is occasionally termed the „Old German“ period of music. It thus results quite naturally that this biography contains much more than just the description and interpretation of an important personality in the world of music. What was typical of the life a musician of the time, with its duties at court and in the church, rightly forms the background to the discussion of Finck’s career and the scenes of his work. It is not, however, only in externals that typical features can be discerned in him, dispite his individual status: his musical development, too, can be regarded as a model example of the inclination of German musicians of that period towards the dominent music of the Netherlanders, who in their turn were at the culminating point of the influence of the sensual and gay music of the Italians. Thus, in this biography, the author provides not only an essential chapter of German musical history, which might seem to some of only minor interest, with its conservative and ecclesiastical bias, but also insight into its connection with the leading music of the West and the South of Europe.

Martin Just, Würzburg, in: Literature Music Fine Arts, A Review of German-Language Research Contributions on Literature, Music and Fine Arts, XVII/1984, Number 1, S. 70-71


 

Hoffmann-Erbrechts Finck-Monographie darf als ein Meilenstein in der Erforschung der deutschen Musikgeschichte gelten. Zugleich bietet sie ein weiteres würdiges Beispiel für den hohen Rang, den das Frankfurter Musikwissenschaftliche Institut als ein Zentrum der Renaissanceforschung seit dem Wirken Helmuth Osthoffs innehat.

Werner Keil in: Musica 1980, Heft Mai/Juni, S. 280


Obwohl Fincks persönliche und künstlerische Entwicklung nach wie vor nur in Umrissen erkennbar gemacht werden kann, bringt Hoffman-Erbrecht genügend Fakten und Argumente vor, die Fincks Ruf als größten deutschen Musiker seiner Generation bestätigen.

Ellen Kohlhaas in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.2.1983, S. 20


 

Alles in allem vermittelt Hoffmann-Erbrechts mit umfassenden Verzeichnissen ausgestattete Arbeit das farbenprächtige Bild eines bis ins höchste Alter geistig regen und eine erste Blüte der deutschen Musik um 1500 mitbestimmenden Komponisten, der „in jeder seiner Schaffensperioden ausgeprägt individuelle Züge mit Herkömmlichem zu verbinden wußte und als Prototyp des deutschen Musikers seines Zeit gelten kann“ (S. 9) – In dem Dank an den Verfasser für seine mustergültige Arbeit sei auch derjenige an den Verlag für die anspruchsvolle äußere Gestaltung des Buches eingeschlossen.

Franz Krautwurst in: Musik in Bayern XXVII/1983, S- 101