Giuliani pop

Lothar Hoffmann-Erbrecht
Henricus Finck – musicus excellentissimus
X, 224 S, 62 Notenbeispiele, Leinen (Fadenheftung)
G&L 128, ISBN: 3-88583-003-5

Schon die Musikgeschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts nannte Heinrich Finck den „ersten Großmeister der deutschen Musik”. Dennoch wusste man bis heute nur wenig über diesen „musicus excellentissimus”, wie ihn die Zeitgenossen titulierten. Dank neu erschlossener Urkunden und Quellen interpretiert diese Monographie Fincks Schaffen im Zusammenhang mit seinem Leben und macht es aus seiner Umwelt heraus begreiflich. Sie zeichnet das Bild einer imposanten Musikerpersönlichkeit, die von Zielstrebigkeit und Traditionsbewusstsein, geistiger Spannweite, Selbstwertgefühl, Temperament und einer bemerkenswerten Vitalität geprägt ist. Im analytischen Teil, der sich um neue methodische Ansätze bemüht, setzt sie sich kritisch mit dem nach Gattungen geordneten Gesamtwerk auseinander, verdeutlicht den Vorgang der ersten Rezeption des franko-flämischen Stils nach 1490 in Deutschland und stellt besonders drei Gestaltungsphänomene des Individualstils, den Klang, die Rhythmik und die Kolnstruktion heraus, die im Spätschaffen ihren unverwechselbaren Niederschlag gefunden haben. Quellen-, Werk- und Incipitverzeichnisse ergänzen diese erste grundlegende Studie über den führenden deutschen Komponisten zur Zeit eines Tilman Riemenschneider, Albrecht Dürer und Veit Stoß.

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