Giuliani pop

Ghiribizzi Paganini BaschieraPaganini: Ghiribizzi for guitar
Alfonso Baschiera
Aufgenommen im August 1990, Neuauflage erschienen 2012
NEWTON 8802161, im Vertrieb von NEW ARTS INTERNATIONAL
… Uneitel, werkdienlich und mit angemessener Distanz …

Die ursprüngliche Publikation dieser Aufnahme von Alfonso Baschiera ist 1991 als LP bei RIVO ALTO erschienen (unter CRR 1 9003) und in Ausgabe XIV/1992/Nº 6 von Gitarre & Laute besprochen worden. Damals, vor über zwanzig Jahren, hat Peter Päffgen geschrieben:

Nun, aus den Kleinigkeiten von Paganini eine mitreißende Platte zu machen, ist schwer. Diese Stückchen machen nicht viel Staat; es sind, auch wenn sie ganz nett gemacht sind, keine Vortragsstücke. Und wenn Herr Baschiera hier nicht viel gestalterische Tricks einsetzt, kommt er damit der Musik wahrscheinlich am nächsten.
Sicher, die Menge macht’s nicht, mehr hätte diese Musik auch nicht interessanter gemacht … aber ich finde trotzdem CDs mit 48 Minuten Musik unfair dem zahlenden Publikum gegenüber. […]
Wenn Baschieras Lehrer, Chiesa, eine Ehrenrettung der Gitarrenwerke Carullis weltweit sponsert [gleich anschließend an die Rezension der Ghiribizzi wurde in Gitarre & Laute eine CD mit Werken von Ferdinando Carulli besprochen], sollte er vielleicht bei der Auswahl der protegierten Interpreten vorsichtiger sein: Hier wird der Notentext ziemlich unengagiert runtergespielt.

Natürlich hat sich an der Aufnahme in der Zwischenzeit nichts geändert. Und ich teile die Einschätzung … weiche höchstens in der Wertschätzung „dokumentarischer Einspielungen“ wie der vorliegenden, ab. Sie ist interessant, erlaubt Einblicke in die schöpferische Arbeit Paganinis und gespielt ist sie exzellent. Uneitel, werkdienlich und mit angemessener Distanz. Mehr aber nicht! Der Sex-Appeal, der sie umgibt, ist vergleichbar mit dem einer öffentlichen Verlesung des Wuppertaler Telefonbuchs von 1981.